
Das ist Müller
63 Jahre, glatzköpfig, weißgrauer Bart und eine Meinung zu fast allem. Müller war viele Jahre bei einem großen internationalen Unternehmen angestellt. Mit Freizeit hatte er weniger Erfahrung.
63 Jahre. Ein Ruhestand. Null Ahnung von Instagram.
Viele Jahre bei einem großen internationalen Unternehmen angestellt. Jetzt Rentner am See. Und ausgerechnet der Metzger bringt Müller auf eine Idee, die niemand mehr aufhalten kann.
Wie alles anfing ↓
„Sie haben doch Zeit. Sie sind doch Rentner.“
Müller ist nicht alt. Jedenfalls nicht in seinem Kopf. Er hat bloß plötzlich keine Termine mehr – und dafür jede Menge Meinungen.
Die Vorgeschichte
Acht Stationen. Vom Arbeitsalltag bis zur Fleischtheke.

63 Jahre, glatzköpfig, weißgrauer Bart und eine Meinung zu fast allem. Müller war viele Jahre bei einem großen internationalen Unternehmen angestellt. Mit Freizeit hatte er weniger Erfahrung.

Mitten in einem Arbeitstag stehen plötzlich Kollegen mit einer Torte in der Tür. „Ruhestand“ steht darauf. Müller findet das überhaupt nicht lustig. Die Personalabteilung hatte ihn informiert. Er hatte beschlossen, das zu ignorieren. Leider gilt das nicht als Verlängerungsantrag.

Ausweis abgegeben. Dienstwagen weg. Keine Termine für morgen. Müller steht in seiner Wohnung vor der großen Fensterfront und sieht auf die Stadt. Er braucht keinen neuen Job. Er braucht einen neuen Plan. Am besten einen, den er niemandem erklären muss.

Ein altes Bauernhaus. Holzbalken, Geranien, Garten und ein See direkt vor der Nase. Müller sieht sich um. Keine Hochhäuser. Keine Meetings. Kein Mensch, der „kurz einen Termin einstellen“ will. Er kauft das Haus. Das ging schneller als jede seiner früheren Vorstandssitzungen.

Der Kleiderschrank ist voller Anzüge. Müller steht davor in Poloshirt und Cargohose. Die Krawatten schauen ihn an wie ehemalige Mitarbeiter, die noch eine Frage haben. Er macht die Schranktür zu. Heute hat er frei. Morgen vermutlich auch. Eine Zumutung.

Ein Brunnen. Eine Kirche. Ein Bäcker. Ein Metzger. Ein Dorfladen. Alles zu Fuß erreichbar. Müller läuft einmal über den Platz und wird dreimal gegrüßt. In München hätte er dafür mindestens drei verschiedene Aufzüge gebraucht. Hier scheint jeder zu wissen, dass er der Neue ist.

Sport hat Müller immer gemacht. Also sucht er ein Fitnessstudio. Vor „GABIS PAUER GYM“ bleibt er stehen, die Tasche in der einen Hand, die andere am Kopf. „Pauer“, liest er. „Na, wenn das mal gutgeht.“ Rein geht er trotzdem. Schließlich ist er Rentner, nicht aus Zucker.

Beim Metzger will Müller eigentlich nur einkaufen. Doch der Mann hinter der Theke hält ihm ein Handy hin und zeigt ihm Instagram. Da erzählen Leute aus aller Welt, was sie gerade tun. Müller sieht eine Weile zu. Dann steckt er die Hände tiefer in die Hosentaschen. „Wenn die das können …“ Er dreht sich um und marschiert los. „Ich mach jetzt Internetz!“
Die Figuren
Müller ist laut, direkt, muskulös, manchmal eitel und selten um eine Antwort verlegen. Technisch ist er weniger souverän, als er glaubt.
Schnitzel ist ein neugieriges, vollständig rosafarbenes Minischwein. Wie sie zu Müller kommt? Das ist eine Geschichte für später.
Schnitzel gehört bewusst noch nicht zur Vorgeschichte seines Instagram-Starts.

Demnächst im Internetz
Müllers erstes Video entsteht vor seinem Bauernhaus. Er will sich vorstellen. Das Dorf hat andere Pläne. Ein Gruß hier, ein Radfahrer dort, ständig will jemand etwas von ihm. Und Müller? Verliert langsam die Geduld.
Das erste Reel ist in Vorbereitung. Hier wird erst nach Fertigstellung ein echtes Video eingebunden.